Erfahrungen eines Tagesgeldkonto-Anlegers
Von Peter R., Berlin
Anfang des Jahres 2007 ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit
Das erste Tagesgeldkonto
Ein kleiner Geldsegen sollte für einen überschaubaren Zeitraum ein wenig Zinsen abwerfen, denn Anschaffungen standen ins Haus! Was tun? Da flatterte zufällig ein interessantes Werbeangebot einer bekannten Bank ins Haus. Schnell mal ins Internet geschaut und als regelmässiger Online-Nutzer fiel die Entscheidung schnell. Antrag online ausdrucken, ausfüllen, Post-Ident erledigen, Freistellungsauftrag ausfüllen und ab zur Post. Schnell, genial, das richtige Produkt zur richtigen Zeit! Das Konto war binnen weniger Tage eingerichtet und nutzbar. Jeden Monat eine schöne Zinsgutschrift und dann der Zinseszins... alles lief richtig gut.
Monate später
Das erste Tagesgeldkonto bot 2,5% p.a. Zinsen. Der allgemeine Zinsanstieg sorgte rasch für bessere Angebote um die 3% p.a. Jetzt kam die erste Erkenntnis bei einem Anruf der aktuellen Bank: "...die Zinsen für Bestandskunden können wir leider nicht erhöhen, aber wir haben da für Sie sehr interessante Anlagemöglichkeiten mit höherer Rendite...". Es sollten weitere Finanzprodukte verkauft werden, die dann aber Bindungsfristen zur Folge gehabt hätten. Jetzt waren die Vorteile des Tagesgeldkontos auszunutzen: neues Konto bei einer anderen Bank beantragen, zum Monatsende noch die Gutschrift abwarten, das ganze Geld aufs Referenzkonto (Girokonto) überweisen und sofort auf das neue Tagesgeldkonto zu 3% p.a. weiterleiten. Das war wirklich einfach und schnell.
Sorgenvolle Anrufe
Der Zeitpunkt der geplanten Anschaffung war gekommen. Das bedeutete, die Anlagesumme um einen höheren Betrag zu reduzieren. Also wurde per Onlinebanking eine entsprechende Transaktion getätigt. Nur einen Tag später ein "sorgenvoller" Anruf einer netten Dame. Ob denn diese Überweisung tatsächlich persönlich getätigt wurde und ob alles wirklich so gewollt und korrekt sei und... und... In diesem Moment könnte man sich "nackt" oder beobachtet fühlen - als mündiger Kunde auch verärgert! Aber der Hintergrund des Anrufs ist ganz simpel: versuchter Verkauf anderer Finanzprodukte.
Und zum Dritten
Dieser Anruf hatte (sicher nicht beabsichtigt) zur Folge, dass mal wieder der aktuelle Markt überprüft wurde. Wieder waren grössere Zinssprünge nach oben bei den Tagesgeldkonten festzustellen. Und dass das aktuelle Konto konditionell "fest" bleiben würde, bestätigte sich erneut. Zwar wurden Umstellungs- / Änderungsvorschläge gemacht, aber alle Alternativen waren komplizierter oder einschränkend in der Flexibilität. Kein Problem: das 3. Tagesgeldkonto mit aktuell sehr guten Konditionen ist beantragt...
Fazit
Tagesgeldkonton sind bei entsprechenden persönlichen Umständen sehr attraktiv, einfach zu handhaben, flexibel und sicher. Die Banken befinden sich im starken Wettbewerb um jeden Kunden. Zur Zeit sind bei eher noch steigenden Zinsen immer wieder neue attraktive Angebote möglich. Bestehende Konten werden konditionell nicht nach oben angepasst. Nach unten wohl auch nicht. Ein Wechsel des Kontos lohnt sich, weil Aufwand und Risiko gering sind.