Übersicht Versicherungen
Warum und welche Versicherungen
Je mehr Sicherheitsbedürfnisse wir haben, desto eher sind wir geneigt für die Sicherheit in allen Lebensbereichen vorzusorgen, indem eine Versicherung abgeschlossen wird. Als Versicherte müssen wir einen gewissen Betrag (Prämie) an den Versicherungsgeber bezahlen, um im speziell versicherten Schadensfall die vereinbarte Leistung zu erhalten.
Unser Informationsangebot
Bitte beachten Sie, dass alle Informationen nach bestem Wissen und Gewissen sorgfältig sowie unabhängig zusammengestellt wurden. Wir übernehmen keine Garantie für Vollständigkeit und Richtigkeit und lehnen jede Haftung ab. Sollten Sie eine Versicherung abschliessen wollen, sind allein die vom Versicherungsgeber bereitgestellten Unterlagen und Bedingungen massgebend. Wir selbst verkaufen / vermitteln weder Versicherungen noch Finanzprodukte sondern fungieren als unabhängige Informationsanbieter.
Hier finden Sie ff. wichtige Versicherungsarten kurz erkläutert. Ob sich für Sie eine bestimmte Versicherung tatsächlich lohnt und sinnvoll ist, hängt von Ihren persönlichen Umständen und Bedürfnissen ab. Bei der Vielzahl von Risiken kommt es oft zu Überschneidungen der versicherten Bereiche. Es ist sehr zu empfehlen, eine unabhängige Versicherungsberatung oder Verbraucherschutz-Organisationen in Anspruch zu nehmen. Besonders die Themen Doppelversicherung und überflüssige Versicherungen sollten im Einzelfall betrachtet werden.
Altersvorsorge / Rentenversicherung
Die Altersvorsorge soll einen akzeptablen Lebensabend finanzieren, sobald die Zeit des Erwerbsleben vorbei ist. Je besser während der Erwerbszeit in eine Vorsorge investiert werden konnte, desto attraktiver sind die Leistungen.
Immer noch die am meisten genutzte Versicherung ist die gesetzliche Rentenversicherung. Durch Pflichtbeiträge abhängig vom Arbeitseinkommen wird der persönliche Anspruch geschaffen. Ergänzend fungiert bei vielen Arbeitnehmern die Betriebliche Altersvorsorge (Betriebsrente), im öffentlichen Dienst gibt es eine spezielle Zusatzversorgung, die ZÖD.
Auf freiwilliger oder privater Ebene werden zunehmend weitere Möglichkeiten genutzt: die "Riester-Rente", Kapital-Lebensversicherungen, Aktien, Fonds, Sparpläne oder auch Immobilienvermögen. Etwas spezieller sind nach dem Betriebsrentengesetz weitere Alternativen anwendbar: Direktzusage, Pensionskasse, Pensionsfonds, Unterstützungskassen und Direktversicherung.
Berufsunfähigkeitsversicherung
Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine private Versicherung für den Fall, dass Sie Ihren Beruf ganz oder teilweise nicht mehr ausüben können. Dann können Sie Leistungen erwarten, wobei viele Faktoren wie Alter, Beruf, Risiken usw. eine Rolle spielen.
Auch in der gesetzlichen Rentenversicherung gibt es die Berufsunfähigkeit als Leistungsgrund. Abhängig vom Geburtsjahr gelten unterschiedliche Voraussetzungen und die Leistungen sind meist gering.
Haftpflichtversicherung
Die Haftpflichtversicherungen sind für die meisten von uns unumgänglich (...Pflicht) und dadurch hat wohl fast jeder eine oder mehrere dieser Versicherungen abgeschlossen. Jedes Auto bzw. KFZ benötigt eine Haftpflichtversicherung.
Je nach persönlicher Lebenslage wichtig und im Falle eines Falles dann existenzrettend können sein: die Privat- und Tierhalterhaftpflichtversicherung, Berufshaftpflichtversicherung, Bauherrenhaftpflichtversicherung, Gewässerhaftpflichtversicherung und bei bestimmten Berufen weitere Versicherungsarten.
Hausratversicherung
Sobald ein eigenes Heim, sei es eine Wohnung oder ein Haus, bezogen wird, ist eine Hausratversicherung eigentlich ein "Muss". Die Prämien richten sich u.a. nach Grösse, Einrichtung, Wert, Alter und Lage der Wohnung. Sie schützen mit einer Hausratversicherung Ihre Einrichtung und den Hausrat z.B. gegen Feuer, Leitungswasserschäden, Sturm und Hagel sowie Einbruch, Raub und Vandalismus. Weitere umfangreiche Optionen können ergänzt werden: Fahrräder, spezielles Glas, besonders teure Gegenstände, usw.
Wichtig ist, dass die Versicherungssumme dem tatsächlichem Wert der versicherten Sachen entspricht. Sonst kann es im Schadensfall empfindliche Kürzungen geben. Die meisetn Versicherer bieten bei einer bestimmten Prämie pro Quadratmeter eine pauschalisierte Prämie, um eine sogenannte Unterversicherung zu vermeiden.
Krankenversicherung
Die Krankenversicherung übernimmt vereinfacht ausgedrückt die Kosten für die Behandlung von Krankheiten. Die Regelungen und Möglichkeiten sind mehr als vielfältig und komplex. Zuerst unterscheiden wir die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) und die Private Krankenversicherung (PKV). Erstere wird über einkommesabhängige Beiträge einer grossen pflichtversicherten Gemeinschaft finanziert, während die PKV prinzipiell einkommensUNabhängig nach Leistung und Risiko versichert. Letztere kann im Alter sehr teuer werden, aber die steigenden Prämien werden durch sogenannte Altersrückstellungen abgemildert. Bei der PKV muss JEDE EINZELNE Person versichert werden, bei der GKV sind meist mehrere und vor allem die Kinder mitversichert (Familienversicherung).
Die GKV ist gesetzlich für die meisten ArbeitnehmerInnen vorgeschrieben und somit eine Pflichtversicherung. Jeder, der die gesetzlichen Merkmale (z.B. Einkommenhöhe / Beruf) nicht erfüllt, hat aber die Möglichkeit eine andere KV zu wählen. Dafür gibt es neben der PKV auch die Freiwillige Krankenversicherung, die von den GKVen angeboten wird. Hier versichern sich meist Selbständige während für freie Berufe und Vermögende oft die PKV gewählt wird.
Die PKV bietet in der Regel weit bessere und zusätzliche Leistungen, während sich die GKV immer mehr auf das Notwendige zu reduzieren scheint. Gerechterweise muss im Vergleich beachtet werden, dass viele kostenlos mitversicherte Mitglieder (nur) von den Beiträgen der Pflichtversicherten mitversorgt werden müssen. Abgefedert wird dieses Problem durch Ausgleichszahlungen, die vom Gesetzgeber vorgegeben werden.
Lebensversicherung
Sobald Sie entweder Familie haben und / oder für Ihr Alter vorsorgen möchten, ist eine private Lebensversicherung unumgänglich. Diese leistet je nach Vereinbarung / Vertragstyp im Todesfall an die Hinterbliebenen oder im Überlebensfall z.B. bei einem bestimmten Alter eine festgelegte Summe und kann so den Lebensabend finanziell zusätzlich absichern. Teilweise werden unter bestimmten Umständen die Beiträge zu einer Vorsorgeversicherung staatlich gefördert.
Die sogenannte Risikolebensversicherung (ohne Zahlung einer Summe im Erlebensfall) ist natürlich erheblich preiswerter aber sichert "nur" die Hinterbliebenen ab während eine Kapitallebensversicherung beide o.g. Fälle abdeckt.
Pflegeversicherung
Die seit 1995 eingeführte Pflegeversicherung (PV) ist als Teil der Sozialversicherung ein Pflichtversicherung im Umlageverfahren. Sie leistet nur bei einem nachgewiesenem Bedarf an pflegerischer / hauswirtschaftlicher Versorgung. Die politische Diskussion zur Zukunft dieser Versicherung wird sicher noch lange anhalten (müssen), denn die Leistungen werden allgemein als zu gering und die Gesetze als zu komplex angesehen.
Die demographische Entwicklung lässt ahnen, dass für ein würdiges Alter erheblicher Mittelbedarf absehbar ist. Wir alle müssen bereit sein, für das Leben im Alter angemessene Rücklagen zu bilden und als Gemeinschaft die Prioritäten zu überdenken.
Rechtsschutzversicherung
Eine Rechtsschutzversicherung wird individuell abgeschlossem und ersetzt Kosten eines Rechtsstreits bis zu einer vereinbarten Schadenssumme. Versichern können sich Private Personen und Unternehmen. Je nach Rechtsgebiet können verschiedene Versicherungen abgeschlossen werden. Die bekanntesten sind der Verkehrs-Rechtsschutz, der Arbeitsrechtsschutz und der Rechtsschutz für den Wohnungs-/ Grundstückseigentümer. Ferner gibt es Pakete für Selbständige, Familienrechtsschutz, Berufsrechtsschutz usw.
Es gibt wichtige Ausschlüsse, d.h. es wird nicht versichert die Abwehr von Schadenersatzansprüchen oder Klagen beim Verfassungsgericht. Erkundigen Sie sich also genau nach dem Umfang der Rechtsgebiete. Natürlich darf ein Rechtsstreit erst NACH Abschluss des Vertrages relevant werden.
Reiseversicherung
Bei Urlaubsreisen und besonders Fernreisen wird recht oft eine Auslands-Krankenversicherung abgeschlossen. Diese ist auch sehr sinnvoll. Dadurch sind Aufwendungen im Krankheitsfall recht gut abgedeckt. Die Kosten für eine ganze Familie betragen oft nur 15 bis 20 Euro pro Jahr.
Eine Reiserücktrittsversicherung sollte besonders erwogen werden bei Reisen mit mehreren Personen, vor allem mit Kindern oder älteren Menschen. Allerdings sollten Sie genau prüfen, wann diese Versicherung tatsächlich greift. Die Versicherung zahlt meist (nur) bei schweren Krankheiten, Tod von nahen Angehörigen oder auch bei diversen anderen schwerwiegenden(!) Hinderungsgründen (ggf. schwere Schäden am Eigentum nach Einbruch).
Reisegepäckversicherungen gelten allgemein als völlig überflüssig, weil im Schadensfall meist mit allen möglichen Gründen eine Leistung abgelehnt wird.
Gedanken könnte man sich ggf. noch über zusätzliche Absicherungen machen bei einer geplanten Mietwagennutzung im Ausland (Haftpflichtergänzung) oder einen Autoschutzbrief bei Reisen mit dem eigenem PKW.
Unfallversicherung
Es passiert schneller als man denkt! Im Haushalt und beim Sport sowie im Strassenverkehr passieren die meisten Unfälle. Mit einer Unfallversicherung lassen sich Kosten für die Folgeschäden abdecken, z.B. Heilbehandlung, Reha oder auch psychische Behandlungen. In schweren Fällen können Einkommensausfälle und Renten zu den Leistungen gehören.
Vollkaskoversicherung
Die Vollkaskoversicherung ist eine Ergänzung (bzw. Ersatz) der gesetzlich vorgeschriebenen Kfz-Haftpflichtversicherung und deckt Schäden ab, die am eigenen Kraftfahrzeug entstehen.
Je nach Umfang sind beispielsweise versichert: selbstverschuldete Unfälle, Schäden bei Unfallflucht, durch Kinder, Vandalis usw. Der Versicherte muss aber immer ausreichend Sorge dafür tragen, dass nicht leichtfertig Schäden begünstigt werden. Die Vollkaskoversicherung ist natürlich teurer. Die Kosten lassen sich aber erheblich reduzieren: ein Schadenfreiheitsrabatt (Höhe je nach Anzahl Jahre ohne Schäden) und ggf. eine Selbstbeteiligung senken die Versicherungsprämie erheblich.
Wohngebäudeversicherung
Diese Versicherung ist eigentlich ein Muss und schützt ein oder mehrere Gebäude, Garagen und ggf. auch zum Gebäude hehörende Bestandteile. Viele Risiken wie Schäden durch Brand, Leitungswasser, Sturm und Hagel werden einzeln oder in Paketen angeboten. Wichtig wird vielerorts auch das Risiko von Elementarschäden zu prüfen, z.B. ob Überschwemmungen denkbar sind.
Falls Sie Ihr Haus finanzieren möchten, wird Ihre Bank auf eine Gebäudeversicherung bestehen.
Die Höhe der Prämie richtet sich nach dem Wert der versicherten Gebäude und errechnet sich aus vielen Einzelpunkten, die Sie bei Abschluss alle angeben müssen. Hier ist Sorgfalt nötig, denn falsche Angaben oder Einschätzungen können zu unerfreulichen Folgen bei der Schadensregulierung führen. Der Versicherer muss Sie allerdings unterstützen, damit die Bewertung der Gebäude nicht zu einer Unterversicherung führen kann.